Bei Blaulicht keine Panik

Ein Martinshorn ist zu hören, dann blinkt Blaulicht auf. Die Feuerwehr, die Polizei oder ein Rettungswagen ist im Notfalleinsatz. "Sofort freie Bahn schaffen", gebieten ihre Signale den anderen Verkehrsteilnehmern.

Doch häufig kommt es dabei zu kritischen Situationen, weil Fahrer falsch reagieren. Wie wird es richtig gemacht? Hier die Antworten der Kfz-Sachverständigen des TÜV Bayern. Erst orientieren - dann reagieren. Hektik und Nervosität lösen diese Signale vor allem bei unerfahrenen Lenkern aus. Der eine bleibt stehen, der andere tritt abrupt auf die Bremse oder zieht den Wagen mit einem Ruck zur Seite. Solche Schreckreaktionen - so die TÜV-Experten - können Unfälle auslösen. Drei Grundregeln gilt es deshalb zu beherzigen:

- Ausschau halten, woher das Einsatzfahrzeug kommt. 
- Abschätzen, wohin die Retter wollen und wie man ihnen am besten Platz verschafft.

"Zum Straßenrand hin ausweichen", lautet ein probates Rezept, wenn das Fahrzeug von hinten naht. Kommt es von der Seite, ist sofortiges vorsichtiges Anhalten anzuraten. Zügig handeln und dabei nicht vergessen, dass auch noch andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße sind. Ein hartes Bremsmanöver ohne ein Blick nach hinten kann leicht einen Auffahrunfall auslösen. Ein Schlenker zur Seite kann den Kfz-Lenker auf der benachbarten Fahrspur in Bedrängnis oder einen Radfahrer zum Sturz bringen. Doch was, wenn der Einsatzwagen sich von hinten nähert und es keine Ausweichmöglichkeit nach vorne gibt? Selbstverständlich ist es dann erlaubt und sogar geboten, ihm - wenn möglich - die Bahn durch Ausweichen auf einen Rad- oder Fußweg freizumachen. Auch vor einer Roten Ampel muss der Autolenker nicht stehen bleiben, wenn er den Rettern durch ein Vorziehen seines Wagens den Weg freimachen kann. Aber Achtung: Alle Manöver, die hier ausnahmsweise zulässig und sonst von der Straßenverkehrsordnung verboten sind, verlangen größte Vorsicht. Kein anderer Fahrer, kein Radler oder Fußgänger darf durch das Verhalten in Gefahr gebracht werden.

 

 

Auf Autobahnen oder anderen außerörtlichen Straßen mit mehreren Fahrstreifen gebietet die Straßenverkehrsordnung, dass eine Gasse für die Retter bei zwei Richtungs-Fahrstreifen in der Mitte zu bilden ist. Sind es drei, muss die Gasse zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen offen gehalten werden. Beim Heranrollen an einen Stau heißt es also, den Wagen entsprechend nach rechts oder links einzuordnen und einen ausreichenden Abstand zum Vordermann einzuhalten, da dies ein späteres Ausweichen ermöglicht.

 

Blaulicht-Mißverständnis

Zu falschen Reaktionen - so die Kfz-Sachverständigen vom TÜV Bayern - könne es auch kommen, wenn ein Verkehrsteilnehmer den Unterschied zwischen blauem Blinklicht und Martinshorn nicht kennt. Erst die Kombination der beiden bedeutet, dass ein Wagen im Notfalleinsatz ist und freie Bahn fordert. Ist hingegen nur Blaulicht zu sehen, so handelt es sich um ein Warnsignal. Gemäß der Straßenverkehrsordnung darf es verwendet werden, um auf "Einsatzstellen" der Retter - etwa bei Unfällen und Bränden - aufmerksam zu machen. Auch Sonder- und Schwertransporte oder Militärkolonnen dürfen mit blauem Blinklicht begleitet werden. "Vorsicht, Tempo drosseln und Ausschau halten, was sich vorne tut", lautet dann der Rat der TÜV Bayern-Experten an die anderen Verkehrsteilnehmer.

 

Quelle: Schyren Rundschau (Juli 1996) 

 

              

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Letzte Aktualisierung 21/08/2017 - 02:33 Uhr

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