Tarek und die Feuerwehr Harsefeld

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-Integration ohne Komplikation-

Tarek schmunzelt als er von „Mentor“ Pascal ein kleines Kärtchen bekommt. Darauf abgebildet ein Hydroschild und auch den Namen bekommt er gesagt. Für einen Syrer sicher ein Zungenbrecher, aber auch die Feuerwehrfachbegriffe kommen bei der Wiederholung des Namens bereits zügig über die Lippen. Er steuert bei dem Löschgruppenfahrzeug das richtige Fach an, entnimmt das angeforderte Teil und geht damit zu einer Tafel. Hier schreibt er unter Anleitung noch einmal den Begriff auf.

Diese Übungsmethode haben sich die vier Feuerwehrkameraden Pascal, Carsten, Karl-Heinz, und Mark Boris für ihn ausgedacht, um ihn für die Feuerwehr „fit“ zu machen. Jeden Donnerstag gibt es einen Sonderdienst für Tarek. Seit dem 24. Juli ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Harsefeld.

Rückblick: Nach seiner Flucht bekam er eine Unterkunft in der Weißenfelder Straße. Die Wohnung liegt gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus, und so bekam er Übungen und Einsätze der Feuerwehr mit. Tarek fragte im Rathaus bei seiner Ansprechpartnerin Frau Aslam nach, ob er in der Freizeit bei der Feuerwehr mitmachen dürfe. Nach Gesprächen mit der Samtgemeinde, dem Samtgemeindebürgermeister, der Wehrführung und dem Kommando gab es aus allen Bereichen breite Zustimmung, und auch Hilfe wurde von Seiten der Gemeinde zugesagt. In der Ortswehr stand noch die Frage offen; ob die Wehr diese Aufgabe bewältigen könne, auch hier gab es breite Zustimmung. Mentoren wurden gesucht und auch gefunden. Bei Diensten steht einer von Ihnen Tarek zur Seite. In naher Zukunft soll er einen Funkmeldeempänger erhalten, und unter Begleitung auch zu Einsätzen mitfahren. Als nächstes steht ein Lehrgang in „Erster Hilfe“ und im Januar 2017 die Truppmann I Ausbildung (Erster Teil der Feuerwehrgrundausbildung) an.

Nach einer Übungseinheit sitzen wir auf einer Bank und unterhalten uns in einem durchaus passablen Deutsch, das Tarek in mittlerweile fünf Modulen der Volkshochschule Buxtehude gelernt hat. Auf meine Frage wie sein Weg nach Harsefeld war, wurde er sehr ernst. Dann sprudelte es alles raus, so dass manche Worte gar nicht so schnell präsent waren. Man spürte die Emotionen, die bei der Schilderung dabei waren. Der 22 jährige Topographie Ingenieur hatte sich mit seinem Bruder aufgemacht und verließ Syrien in Richtung Türkei. Hier kamen beide irgendwie auf ein Boot.

„11 Tage waren wir auf dem Boot“ so Tarek „11 Tage mit meinem Bruder mitten auf dem Meer.“

Dann endlich erreichten sie Italien. Sie wollten nach Schweden und schafften auch diesen Weg.

Nach drei Monaten Schweden drohte ihnen die Abschiebung wieder zurück nach Italien.

Die Brüder machten sich erneut auf den Weg, diesmal nach Deutschland. Hier sind sie nun endlich angekommen, mit einer Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre.…..

„Mentor“ Carsten holt uns wieder, aus den Fluchterinnerungen, zurück auf den Hof der Feuerwehr und ruft uns zu: „Tarek wie ist es wollen wir noch einen Durchgang machen?“ Da ist es wieder das Schmunzeln auf seinem Gesicht - Tarek und die Feuerwehr - eine Erfolgsgeschichte? Sicher kann die Feuerwehr Heimat nicht ersetzen, aber der Zusammenhalt der Gruppe kann ihm vermitteln: Du gehörst jetzt zu uns.

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Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 21/10/2017 - 10:30 Uhr

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